Tipps für Ihre Darmgesundheit

Tipps für alle

Ernährung

Für alle Betroffenen vom Kleinkind bis zum älteren Menschen lautet die wichtigste Empfehlung bei einem trägen Darm: Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Die meisten Menschen nehmen zu wenige Ballaststoffe zu sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 30 Gramm pro Tag – tatsächlich essen wir nur 20 Gramm Ballaststoffe täglich. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile sorgen für regelmäßigen Stuhlgang. Enthalten sind sie in Vollkornprodukten, Müsli, Obst, Gemüse und Salat. Wer seine tägliche Ballaststoffbilanz verbessern möchte, kann Leinsamen und Weizenkleie in einen Naturjoghurt rühren, etwas Obst dazu – fertig! Damit der Verzehr von Ballaststoffen nicht umgekehrt zu Verstopfung führt, bedarf es einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Ideal sind 1,5 bis 2 Liter pro Tag für Erwachsene.

Bewegung

Dass Sport gesund ist, weiß inzwischen jeder. Doch nicht nur Herz und Kreislauf profitieren von regelmäßiger Bewegung, sondern auch der Darm. Schon ein 20-minütiger Spaziergang am Tag bringt den Darm auf Trab. Ergänzend dazu kräftigt Gymnastik die Bauchmuskeln, die die Darmtätigkeit unterstützen. So wandert der Speisebrei zügiger durch den Darm.

Psyche

Was uns sprichwörtlich auf den Magen schlägt, belastet auch den Darm. Stress, Ärger, Anspannung und Trauer sind Gift für unsere Verdauung und die Immunabwehr. Da Kopf und Bauch eng miteinander verknüpft sind, haben viele Magen-Darm-Erkrankungen psychische Ursachen. Seien Sie daher gut zu sich, schalten Sie einen Gang herunter, schlafen Sie ausreichend und nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten.

Ärztliche Beratung

Sollte eine gesunde Lebensweise alleine nicht reichen, um Ihre Verdauung, die Ihres Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen anzuregen, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. Steckt eine Erkrankung hinter der Verstopfung, muss diese behandelt werden. In manchen Fällen ist aber auch eine Therapie mit Abführmitteln angezeigt. Dann sollten Sie ein Mittel bevorzugen, das schnell und zuverlässig wirkt, sich an den natürlichen Abläufen im Darm orientiert, möglichst wenig Nebenwirkungen hat, nicht zur Gewöhnung führt und Elektrolyte enthält, die für einen ausgeglichenen Mineralhaushalt sorgen.

Tipps für Zielgruppen

Bei Essstörungen

Bei Magersucht und Bulimie ist es nicht damit getan, einfach die Abführmittel abzusetzen. Mädchen und junge Frauen, die an einer Essstörung leiden, schaffen es in der Regel nicht aus eigener Kraft, zu einem normalen Essverhalten zurückzukehren. Besteht aufgrund des Untergewichts Lebensgefahr, ist meist ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Auf jeden Fall benötigen die Betroffenen über einen längeren Zeitraum therapeutische Hilfe und viel Geduld – denn auch, wenn die Mangelernährung und der jahrelange Missbrauch von Abführmitteln schuld an der Verstopfung waren, wird es dauern, bis sich die Verdauung wieder normalisiert.

In der Schwangerschaft

Da herkömmliche Abführmittel in der Schwangerschaft tabu sind, sollten Sie es ergänzend zu den bereits erwähnten Maßnahmen zunächst mit natürlichen Alternativen wie Leinsamen und Weizenkleie, eingeweichten Trockenfrüchten oder Pflaumen- und Sauerkrautsaft versuchen, um starkes Pressen und Hämorrhoiden zu vermeiden. Bei hartnäckiger Verstopfung fragen Sie bitte Ihren Frauenarzt um Rat. Er wird Ihnen einen Wirkstoff wie Macrogol empfehlen, der in der Schwangerschaft und der Stillzeit zugelassen ist. Nehmen Sie keine Abführmittel ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Bei Kindern

Helfen die üblichen Hausmittel und Tipps dem kindlichen Darm nicht auf die Sprünge, ist die Gabe von Sauermilchprodukten und eingeweichten Trockenfrüchten einen Versuch wert. In hartnäckigen Fällen oder bei Angst vor schmerzhaftem Stuhlgang kann so lange ein sanftes Abführmittel gereicht werden, bis das Kind sich an eine schmerzfreie Darmentleerung gewöhnt hat und nicht mehr mit Stuhlverhalt reagiert. Auch hier gilt: Geben Sie Ihrem Kind nicht auf eigene Faust Abführmittel, sondern fragen Sie Ihren Arzt. Bei Kindern, die das Zurückhalten des Stuhls als Machtmittel gegen die Eltern einsetzen, lässt man die Sauberkeitserziehung am besten eine Weile ruhen, um keinen zusätzlichen Druck aufzubauen.

Im Alter

Auch im Alter muss man sich nicht mit einem trägen Darm abfinden – selbst dann nicht, wenn die der Verstopfung zugrundeliegende Ursache nicht behandelbar ist oder die Darmträgheit auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen ist, zu denen es keine Alternative gibt. Chronische Obstipation muss als eigenständige Krankheit betrachtet und entsprechend therapiert werden – das gilt vor allem für pflegebedürftige Patienten. Das wichtigste Ziel ist eine vollständige, schmerzfreie und regelmäßige Stuhlentleerung, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Das ist in der Regel nur mit Hilfe von Abführmitteln zu erreichen. Gerade im Alter ist darauf zu achten, dass Abführmittel zusätzlich Elektrolyte enthalten, die für einen ausgeglichenen Mineralhaushalt sorgen, und keine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten eingehen. Als pflegende Angehörige sollten Sie der oder dem Pflegebedürftigen die Möglichkeit geben, sich bewegen zu können, und ihr/ihm Zeit für die Toilettengänge geben.

Wie wirken Abführmittel?

  • Osmotisch wirksame Abführmittel (z. B. Wirkstoff Macrogol) sind wasserlösliche Substanzen, die Wassermoleküle in den Darm ziehen und den Stuhl weicher machen. Gleichzeitig vergrößern sie das Stuhlvolumen und lösen einen Dehnungsreiz aus, der zur Entleerung führt.
  • Darmstimulierende Abführmittel (z. B. Wirkstoff Bisacodyl, Rizinusöl) reizen die Darmwände und regen die Fortbewegung des Speisebreis an. Zudem fördern sie die verstärkte Ausscheidung von Wasser und Mineralsalzen (Elektrolyte), was den Stuhl zwar weicher macht, doch die Darmträgheit auf Dauer noch verstärkt.
  • Quellmittel (z. B. Leinsamen, Kleie, Flohsamen) erhöhen das Stuhlvolumen, indem sie Wasser binden und aufquellen. Durch den Dehnungsreiz wird die Darmtätigkeit angeregt. Allerdings benötigen Quellmittel viel Flüssigkeit, da sich die Verstopfung sonst noch verschlimmert.
  • Gleitmittel und Klistiere werden durch den After eingeführt und eignen sich vor allem bei Entleerungsproblemen des Enddarms. Sie wirken sofort, können aber auf Dauer die Schleimhäute reizen.

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